Zuerst habe ich es mit meinem Smartphone und dem Herzfrequenzgurt "Polar WearLink Bluetooth" versucht. Als App hatte ich mir "Runmeter" für iOS ausgesucht. Die Aufzeichnungsqualität und die einfache Übertragung in mein digitales Trainingstagebuch haben mir gut gefallen. Auch die Datenfülle ging deutlich über das hinaus, was ich bisher von meiner einfachen Trainingsuhr kannte. Was mich nervte war, immer mein Smartpone beim Laufen mitnehmen zu müssen. Ich hatte keine Lust, mir das Ding an den Arm zu binden, aber es immer in der Hand zu haben, ist auch eher suboptimal. Außerdem musste das Handy immer aufgeladen sein, und bei schlechtem Wetter war ein Wetterschutz erforderlich. Alles viel zu kompliziert und unhandlich. Entscheidend war aber, dass ich beim Laufen immer auf das Handy schauen musste, um den aktuellen Herzfrequenzwert oder die Geschwindigkeit ablesen zu können. Da ist es mit einer Uhr am Handgelenk doch deutlich einfacher.
Da ich schon den Polar-Herzfrequenz-Gurt hatte, fehlten mir für mein Triathlon-Training also noch die passende Uhr und der GPS-Empfänger. Nach längerer Recherche fiel die Entscheidung auf eine "RCX5"-Trainingsuhr von Polar (Foto unten) und den GPS-Sensor "G3" (Foto oben). Im Folgenden möchte ich meine Erfahrungen mit dem GPS-Sensor schildern.
Gute Standortgenauigkeit
Entgegen der Kritik, die ich bei Amazons Kunden-Rezensionen gelesen hatte, waren die Empfangsqualität gut und die Abweichung von der tatsächlichen Strecke gering. Der G3-Sensor bestimmt die Position mit maximal vier Satelliten. Ein Vergleich mit den Streckenaufzeichnungen meines Garmin, das teilweise mit bis zu zehn Satelliten misst und die Position erst ab fünf Satelliten anzeigt, zeigt, dass die Abweichungen zu vernachlässigen sind. Polar selbst gibt sie mit maximal zwei Metern an. Was die Kritiker der Empfangsgenaugkeit des "Polar G3" möglicherweise übersehen haben, ist, dass das Gerät über eine energieintensive genaue und eine energiesparende ungenauere Positionsbestimmung verfügt. In letztere kann umgeschaltet werden, wenn während des Betriebs die Batterie zur Neige geht. Allerdings ist die Umschaltung etwas schwierig, weil sie durch Druck auf nur einen Kopf erfolgt. Leider kann man nur an der Farbe von zwei blinkenden Leuchtdioden erkennen, welcher Modus gerade eingeschaltet ist.
In der genauen Variante ist die Abweichung aus meiner Sicht zu vernachlässigen. Die ungenaue Bestimmung habe ich bisher nicht verwendet. In der genauen Einstellung gibt es stärkere Positionsabweichungen lediglich in engen Straßen oder wenn kurzzeitig ein Tunnel durchquert wird sowie unter Brücken. Das kenne ich aber auch von meinem wesentlich genaueren Garmin. In punkto Genauigkeit ist der Polar-Sensor sicher besser als ein Smartphone.
Was ich aufgrund der derzeitigen Jahreszeit noch nicht testen konnte, sind Abweichungen bei Verwendung im Wald oder generell unter dichtem Blätterdach. Diese Erfahrungen werde ich später im Jahr an dieser Stelle updaten.
Update 18.3.13: Nach einem Lauf habe ich festgestellt, dass der Punkt, an dem ich die Aufzeichnung beendet habe, gut zehn Meter hinter dem Punkt lag, der auf einer Karte angezeigt wird. Das deutet darauf hin, dass die Aufzeichnungsintervalle für die Wegpunkte möglicherweise zu lang sind, was sich jedoch nicht einstellen lässt.
Langes Warten auf Empfang
Ein weiterer Kritikpunkt, von dem ich gelesen hatte, war, dass der Sensor lange braucht, bis er Satelliten-Empfang hat. Das kann ich aufgrund meiner Erfahrung mit den wesentlichen besseren Empfängern von Garmin nicht nachvollziehen. Bei denen ist es genauso. Allerdings sind die lernfähiger, wenn man das so sagen kann. Hatten sie an einem Ort in der letzten Zeit schon einmal Empfang, geht es schneller als an Orten, die neu für den Empfänger sind. Das ist leider beim Polar-Sensor nicht so. Aber die etwa zwei Minuten, die es bis zum Empfang beim Polar dauert, kann man durchaus mit Dehnübungen überbrücken. Wie schnell sich der Empfang nach einem Abbruch im Tunnel oder unter dichtem Blätterdach wieder herstellt, konnte ich auch noch nicht testen und werde das hier updaten.
Akzeptable Batterielaufzeit
Und dann gab es bei Amazon noch Kritik an der Laufzeit der Batterie. Der Polar-Sensor benötigt eine Mignon-Zelle AA. Nach sieben Trainings-Einheiten habe ich noch keine Meldung erhalten, dass die Batterie gleich leer ist. Polar selbst gibt die Laufzeit mit zehn Trainingseinheiten à einer Stunde an. Das scheint zu stimmen und ist im Vergleich mit meinem Garmin (2xAA, 8 Stunden Laufzeit) recht ordentlich. Aber auch zu diesem Thema werde ich an dieser Stelle updaten.
Update 29.03.13: Mittlerweile habe ich eine Batterie mit dem GPS-Sensor verbraucht. Also habe ich alle Trainingseinheiten, die ich mit der einen AA-Batterie absolviert habe, addiert. Dabei bin ich auf eine Laufzeit von knapp über 13 Stunden gekommen und das bei empfindlicher Einstellung und der Batterie, die beim Kauf dabei war. Sehr akzeptabel,wie ich finde.
Außerdem kam auch die Batteriewarnung rechtzeitig, gut zwei Laufkilometer bevor dann keine Positionsbestimmung mehr möglich war. Während ich die Trainingseinheit fortsetzte konnte ich auf ungenauen Empfang umschalten, indem ich den Einschalter länger drückte. So konnte ich die Trainingseinheit bis zum Ende tracken.
Fazit:
+ gute Genauigkeit,
+ lange Betriebsdauer, auch bei genauer Empfangs-Einstellung,
+ einfache Umstellung von genauer auf ungenaue Aufzeichnung,
+ einfacher, schneller und günstiger Batteriewechsel,
+ einfache Übertragung der Streckenaufzeichnungen ins Trainingstagebuch.
- etwas klobig,
- Empfang könnte schneller sein,
- lernt bereits bekannte Standorte nicht,
- keine intuitive Einstellung der Empfangsgenauigkeit.
Updates dieses Tests sind erforderlich für:
> Genauigkeit im Wald
> Wiederherstellung des Empfangs nach einem Abbruch, bisher nicht passiert.
> Weitere Erfahrungen mit der Batterielaufzeit
Die Vorbereitungen für die nächste Tour laufen, die zweite in diesem Jahr, nach meinem Trek durch das norwegische Rondane-Gebirge. Der Dolomiten-Höhenweg Nr. 1 steht auf dem Plan, die ersten drei Etappen vom Pragser Wildsee bis zum Passo Falzarego. Übernachtet wird in der
Meine Recherche im Internet hat ergeben, dass ich wohl nicht der einzige Besitzer der Oregon-Serie bin, dem das passiert ist. Einzige Lösung: Reklamation. Also hab ich das Gerät kostenfrei an meinen Garmin-Dealer zurückgeschickt, der mich auch promt über die Rücksendung an den Hersteller informiert hat (Danke Globetrotter!). Nach nur zwei Wochen war das Gerät wieder Zuhause (Danke Garmin!), allerdings nicht mein ursprüngliches sondern ein unberührtes Austauschgerät (Danke Garmin!).
Garmin Outdoor-Navis haben meist nur eine dürftige Basiskarte. Für Deutschland habe ich die Basiskarte auf meinem Gerät (Oregon 200) kürzlich durch die recht teure Garmin Topo Deutschland V2 ersetzt, eine topografische, nicht routingfähige Karte. Doch was ist mit dem Rest Europas? Es gibt einige vorgefertigte Karten von OpenStreetMap (OSM), die ganz einfach ins Garmin-Verzeichnis des GPS kopiert werden können und dann sofort auf dem Gerät angezeigt werden können. Doch leider gibt es diese Karten nicht für ganz Europa sondern nur für bestimmte Gebiete (

Endlich habe ich einen offizielle MapSource Version und damit digitale topographische Karten von Garmin, die ich sehr unkompliziert auf mein Garmin-GPS Oregon 200 laden kann. Der Weg dahin war allerdings durch zahlreiche Hürden versperrt. Dass alles auch noch mit einem Crash meines alten Laptop endete und ich diesen Text nun endlich mit meinen neuen Rechner schreibe, hat jedoch weder mit MapSource, noch mit Garmin, noch mit OpenStreetMap (OSM) zu tun.
Deren Installation scheiterte regelmäßig, da ich bisher ja noch keine offizielle Vollversion von MapSource hatte. Die vier Fehlinstallationen der Vollversion hatten dann ihr Übriges getan. In der Registry standen zahlreiche Einträge, die den sauberen Start des Programms verhinderten. Also habe ich nochmal deinstalliert, alle Registry-Einträge gelöscht und dann nochmal neu installiert. Danach hat alles geklappt wie am Schnürchen. Wie gut, dass ich mich am und im Computer etwas traue. Sonst hätte ich wahrscheinlich wegen der 170 Euro geflucht und hätte während der Arbeitszeit ewig an der Garmin-Hotline gehangen.
Zunächst gab es dann aber wieder Schwierigkeiten, die Garmin Deutschland-Karte gemeinsam mit der OSM-Karte auf dem GPS zu betreiben. Wichtig ist, die OSM-Karten nach den Garmin-Karten auf das Gerät zu übertragen, sonst werden sie überschrieben bzw. nicht angezeigt. Somit müssen bei einer Garmin-Kartenergänzung (neue Kacheln) auf das Gerät, immer auch alle OSM-Karten wieder neu übertragen werden. Ich hab bisher keinen anderen Weg gefunden. Die Garmin-Karten sind jedenfalls genial und extrem detailreich. Auch Geländestrukturen sind gut erkennbar.
OSM ist wie GoogleMap eine Karte der ganzen Welt, die aber von jedem benutzt und erweitert werden kann. In einem offenen Community-Prozess erheben tausende von Mitstreitern auf der ganzen Welt Geodaten und sammeln sie in einer zentralen Datenbank. Einige Tüftler aus der Community haben sich speziell mit der Darstellung von OSM-Karten auf Garmin GPS-Geräten beschäftigt und mittlerweile eine recht ansehnliche Zahl von Karten für die ganze Welt ins Netz gestellt. OK - diese Karte zeigen kein Relief, also keine Höhenlinien oder Höhendarstellungen, sind aber trotzdem recht genau.
Ich habe das mal mit einer Island-Karte ausprobiert, mein mögliches Trekkingziel in diesem Jahr. Island ist in der Garmin-Basiskarte nur schematisch dargestellt, selbst die Küstenlinie ist nur eine Annäherung. Mit der OSM-Karte verfüge ich nun über eine genaue Straßenkarte von Reykjavik mit allen POIs, wie dem Flugplatz, Busbahnhöfen, Kneipen und Restaurants. Ab einer bestimmten Zoomstufe ist sogar der von mir geplante Trekkingpfad, der Laugavegur, zu sehen.