Dienstag, 9. Oktober 2012

So schön können die Dolomiten und Südtirol sein

Montag, 24. September 2012

Refugio Coldai - Refugio Carestiato / Passo Duran (Dolomiten-Höhenweg1, Etappe 6)

Nachdem wir noch gestern Abend einen wunderbaren Sonnenuntergang mit grandiosem Panorama rüber zum Pelmo hatten, waren wir heute Morgen an der Refugio Coldai (2.132 m) in dichte Wolken eingehüllt. Das ist schade, denn diese dritte Etappe unserer diesjährigen Tour auf dem Dolomiten-Höhenweg 1 sollte eigentlich die spektakulärste werden, aber man hat es nicht in der Hand. Also hieß es, das Beste aus der Umrundung des Civetta-Massivs zu machen.



Weil es eine sehr lange Tour werden sollte, hieß es früh aufbrechen und das trotz einer Sichtweite von teilweise nur 20 Metern. Bei dieser Sicht war das Überqueren der Forca Coldai schon eine Herausforderung. Nicht nur, dass wir nichts sahen, obwohl sich Wanderern dort sonst ein atemberaubendes Panorama nach Osten und Westen bietet. Besonders schwierig war das Labyrinth der zahllosen Pfade, die Tausende Wanderer dort getreten hatten. Die Wegmarkierungen waren wegen der schlechten Sicht kaum zu sehen. In verschiedene Richtungen drohten außerdem steile Abgänge von mehreren hundert Metern.

Den Lago Coldai sahen wir nur schemenhaft. Und die grandiose Talsicht von 2.208 m hinunter nach Alleghe (1.000 m) war auch kaum vorhanden. Nach der Forca Coldai war immerhin die Wegführung klar zu erkennen. Das grandiose Civetta-Massiv, zeigt sich dagegen meist nur bis zum Beginn seiner Steilwände oberhalb der riesigen Geröllfelder. Der Civetta-Gipfel (3.220 m) zeigte sich dagegen nicht.


Tipp: Wer also weiß, dass am Morgen Wolken auf dieser Höhe sind, sollte bereits am Abend, nach der Ankunft in der Refugio Coldai, ohne Gepäck über den Pass gehen und die Aussicht genießen. Das sind hin und zurück nur gut drei Kilometer ohne nennenswerte Höhenmeter.

Doch weiter: Mit nur marginalen Höhenschwankungen, führt der Weg 560 nach gut zwei Stunden an der Refugio Tissi vorbei, die oberhalb des Weges auf einem talwärts gelegenen Hügel liegt und heute nur mit Glück zu erkennen war. Bei guter Sicht, lohnt der Abstecher auf dem Seitenweg ganz sicher allein wegen seiner direkten Sicht auf den Gipfel der Civetta - muss grandios sein. Wir aber gingen weiter auf dem Weg 560 entlang der Westseite des Civetta-Massivs bis zur Torre Venezia. Danach führt der Weg bergab durch den Wald zur Refugio Vazoller auf 1.714 m.

Auch auf deren Terrasse bieten sich atemberaubende Blicke auf die Felstürme des Torre Trieste. Wer bis zur Refugio Carestiato gehen möchte, sollte hier, auf etwa halber Wegstrecke, in jedem Fall eine längere Rast einlegen. Für uns war es heute sogar die schönste Zeit des Tages, denn während der Rast war klare Sicht mit Sonnenschein.


Danach geht es auf Weg 555, einer Autopiste, weiter talwärts, bis es auf 1.430 m wieder auf den einen Pfad geht, den Weg 554. Der führt ab hier stetig bergauf, abwechselnd durch wilden Wald und riesige Geröllhänge bis zur auf 1.823 m gelegenen Scharte zwischen der Col d'Ors (1.826 m) und der Torretta del Orso (1.887 m).

Der Weg dort ist stellenweise recht ausgesetzt und rechts des Felsens geht es gut 200 m steil bergab. Mir persönlich wurde da schon etwas mulmig, allein wegen des großen Rucksacks. Vorsichtshalber habe ich mir den Beckengurt und den Brustgurt geöffnet, um den Rucksack im Falle eines Falles schnell abwerfen zu können, bevor sein Gewicht mich in die Tiefe reißt. Glücklicherweise ist alles gut gegangen.

Der Weg 554 führt nach dieser namenlosen Forca noch einmal an einer Steilwand entlang, die dieses Mal aber mit einem Drahtseil auf etwa 30 Metern für deutlich mehr Sicherheit sorgt. Nach gut einer halben Stunde ist das Tal entlang des Hanges durchschritten und wir erreichen die Forca del Camp.

Ein paar Meter nach unten passieren wir ein Wegkreuz am Waldesrand. Weiter geht es durch dichten Wald leicht bergab. Durch die Äste sieht man gen Osten schon die Refugio Carestiato. Nach einer Kehre in diese Richtung unterhalb der Camp Del Zoldani geht es immer wieder über Geröllhänge. Die Refugio ist oft zum greifen nah aber der Weg 554 führt noch ein paar Kilometer oberhalb der Waldgrenze bis zu einer Wegkreuzung an der der Weg von der Felswand weg auf einen Sattel führt, auf der die Refugio Carestiato (1.834 m) steht.

Auch wenn man sich schon angekommen wähnt, geht es kurz vor der Hütte noch einmal kräftig bergan, bis die frisch renovierte Hütte erscheint. Diese Refugio ist definitiv die schönste, die wir bis hierhin auf dem Dolomiten-Höhenweg 1 gesehen haben.

Wir übernachten hier und gehen erst am nächsten Tag die gut dreieinhalb Kilometer hinunter zum Passo Duran (1.603 m). Dort lassen wir uns mangels Busverbindung von einem Taxi abholen und zurück zum Passo Falzarego bringen.

Wegstrecke: 18 Kilometer (+ 3 Kilometer zum Passo Duran), 7 Stunden (+ 40 Min), Abstieg 1.175 m(+ 200 m), Aufstieg 895 m, höchster Punkt 2.235 m, tiefster Punkt 1.450 m.

Hütte: Refugio Bruto Carestiato, Fam. Diego Favero, +39 +437 62948, +39 +109 4910252, info@rifugiocarestiato.com

Samstag, 22. September 2012

Rifugio Croda da Lago - Rifugio Coldai (Dolomiten-Höhenweg 1, Etappe 5)

Kalt aufgewacht heute Morgen. Die Wolken hingen noch tief über dem Lago de Federa. Auch nach dem Frühstück mussten wir noch ein wenig warten, bis sich die Wolken in der Hochebene des Croda da Lago gelichtet hatten.



Dann war der Hang plötzlich sonnendurchflutet. Der Aufstig auf dem Weg 434 zur Forca Ambrizolla (2.277 m) war auch wegen des Panoramas im Osten ein wahres Vergnügen (Foto unten). Auf der anderen Seite des Tales lagen die Massive des Chima bel Prai und des Monte Antelao im Morgenlicht.

Oben an der Forca angekommen änderte sich das Panorama. Ganz im Westen glitzerte wieder die Marmolata mit ihrer Gletscherkappe, im Südwesten lag das Civetta-Massiv noch in dichte Wolken eingehüllt und im Süden lag der Pelmo mit seiner enormen Geröllhalde noch in seinem eigenen Schatten.

Croda da Lago, Dolomites, Italy

Der Abstieg von der Forca Ambrizolla ist ein Panorama-Erlebnis der besonderen Art und gehört ganz sichter zu den Highlights auf dem Dolomitenhöhenweg 1. Der Abstieg zur Rifugio Cita di Fiume führt uns über die Wege 436, 458 und 467. Insbondere in den oberen Geröllpassagen mussten wir sehr stark auf die Wegführung achten, da es sehr viele wilde Pfade gibt.

Auf der Rifugio Cita di Fiume gibt es die Möglichkeit zu einer tollen Panorama Rast mit Blick auf den Pelmo (2.990 m) und seine gigantische Geröllhalde. Nach der Rast geht es nach einem kurzen Stück auf dem Weg 472 durch den Wald über genau dieses Gerölfeld und danach wieder in den Wald bergab zum Passao Staulanza (1.766 m).

Ab hier gibt es wieder zwei Varianten, eine kurze und eine lange:

1. Die lange Variante fuhr schon ein paar hundert Meter oberalb des Passo südwestlich unterhalb des Pelmetto auf dem Weg 472 und 474 zur Rifugio San Pelmo und von dort hinauf zu Refugio Coldai.
2. Die kurze Variante geht zunächst entlang der Passsteaße und dann an der ersten Kehre auf dem Forstweg 568 zu einem Agriturismo und von dort über den Hügel der Roa Bianca zum Coldai-Aufstieg.

Pelmo, Dolomites, Italy

Wir entschieden uns für die kurze Variante. Beide Varianten treffen an der heruntergekommenen Piode-Hütte aufeinander, die zum Zeitpunkt als wir vorbeikamen von Schäfern in Beschlag genommen war. Auf dem Karenweg und späteren Pfad 556 geht es hinauf zur Rifugio Coldai mit unglaublicher Aussicht auf die Rückwärtige Seite des Pelmo. Die recht große Hütte bietet am Abend einen tollen Sonnenuntergang (Foto oben) und ist stark von Kletterern frequentiert, die in das Civetta-Massiv hinauf steigen wollen.

Wegstrecke: 16, 7 km, Gehzeit 6 Stunden (Variante 2), Abstieg 735 m, Aufstieg 810 m, max Höhe 2.366 m

Rifugio Coldai, Fam De Zordo, Tel +39 +437789160 oder +39 +437523437, barance@dolomiti.com